PARENTHESE

28.07.2008

AM WOCHENENDE BEI IKEA

Wäre ich Marxist, würde ich glauben, dass der Unternehmer seinen Profit aus der Ausbeutung der Arbeitskraft seiner Angestellten bezieht. Nun bin ich nicht Marxist. Aber ich glaube trotzdem, daß es Unternehmer gibt, die ihren Profit aus der Ausbeutung von Arbeitskraft beziehen – allerdings der ihrer Kunden. Ich war am Wochenende bei IKEA.

Dort haben wir für ein paar lumpige hundert Euro ein Regalsystem mit Kisten gekauft, in die wir dann am Wochendende das Playmobil unserer Kinder einsortiert haben, damit endlich Ordnung herrscht. Der Clou ist nur, daß der Preis der Regale den Wert der einsortierten Spielsachen vermutlich weit übersteigt. Und, daß ich eben fast zwei Stunden lang geschraubt habe und mich angesichts der Regalkosten ein Stück weit um meine Arbeitskraft betrogen fühle. Sicher, es war ein familiär äußerst positiv bewerteter Akt. Zum Teil hat mein Sohn auch mitgeholfen, das ist alles sehr förderlich für die Vater-Sohn-Beziehung. Viele Karma-Pluspunkte.

Trotzdem hätte ich noch einige Verbesserungsvorschläge für IKEA:

Die Kasse

Wußten Sie eigentlich, daß IKEA zwei Kassen hat? Nein, nein, ich weiß, unten sind etwa 20 (auch wenn es so langsam geht, als wären nur zwei offen). Das meine ich nicht. Es gibt „oben“, in der Nähe des Restaurants noch eine Kasse für Waren aus dem Lager. Die kann man dort bezahlen und dann seinen Weg durch die „Markthalle“ fortsetzen – wenn man „unten“ herauskommt (und ggf. die Gläser, Kerzen und Blumen an der zweiten Kasse bezahlt hat), stehen die die Lager-Artikel schon abholbereit. Das ist jedenfalls die Theorie.

Leider jedoch gibt es „oben“ buchstäblich nur eine Kasse, und wenn die Kassiererin Pause hat, ist diese 20 min. lang nicht besetzt.

Die Warenausgabe

An der Kasse bekommt man eine Nummer für die Warenausgabe aus dem Lager. Während man den Kleinkram schon mal zum Auto bringt, werden die großen Teile zusammengestellt. Kommt man zurück, findet man seine Nummer auf einer Anzeigentafel. Oder auch nicht. Diese zeigt alle fertig kommissionierten Aufträge an, aber in der Reihenfolge ihrer Fertigstellung – und nicht etwa in numerisch sortierter Folge. Dort steht also etwa:

112
498
304
433  

Ich habe schon mehrmals gefragt, warum diese Zahlen nicht so da stehen können:

112
304
433
498

Dazu haben die freundlichen IKEA-Mitarbeiter an der Warenausgabe leider keine Antwort.

Ach ja, übrigens: Wenn die Wartezeit an der Lager-Ausgabe 8 min. übersteigt, verspricht IKEA einen Getränkegutschein zum Trost. Obwohl wir doppelt so lange warteten, bekamen wir keinen angeboten. Der Kunde vor mir bekam dafür 2 („… hier noch einen für Ihren Kleinen!“). Also sowas, ich hatte zwei „Kleine“ dabei. Vielleicht hätte ich darum bitten müssen. Aber dazu war ich mir dann doch zu schade.

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