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<rss version="2.0"><channel><atom:link rel="hub" href="http://tumblr.superfeedr.com/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"/><description>Eine unregelmäßige Kolumne
zur Lage der Nation
von Christoph Freitag</description><title>PARENTHESE</title><generator>Tumblr (3.0; @christoph-freitag)</generator><link>http://www.parenthese.de/</link><item><title>Erziehung</title><description>&lt;p&gt;Die Erzieherinnen im Kindergarten unserer Wahl&lt;sup id="fnref:p1075619252-1"&gt;&lt;a href="#fn:p1075619252-1" rel="footnote"&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; haben ein Problem: Die Eltern. Die meisten wissen nämlich gar nicht, wie sie ihre Kinder zu erziehen haben, und was sie ihnen beibringen sollten. Das müssen die Erzieherinnen tun.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Beispiel gesundes Essen: Wie viele Kinder bringen Nutellabrote mit! Oder gar Süßigkeiten! Da bleibt einem ja die Milchschnitte im Halse stecken! Also wurde kurzerhand eine spielerische Erziehungsmaßnahme eingerichtet: Die Kinder haben in der vergangenen Woche gemeinsam Bilder von Lebensmitteln auf rote, gelbe und grüne Plakate geklebt. Danach wusste unsere Tochter sehr genau, was sie alles nicht mehr essen durfte. Und aß nichts mehr.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Beispiel Zahlen: Wäre es nicht sinnvoll, dass Kinder im letzten Kindergartenjahr ein gewisses mathematisches Verständnis hätten? So bis zehn? Also lernen unsere Kinder nun, Zahlen zu schreiben – d. h. Ziffern. Vorige Woche fingen sie an, die „1“ zu schreiben, diese Woche ist die „2“ dran. Alle Ziffern werden fein säuberlich in Rechenkästchen geschrieben, immer und immer wieder. Dass die meisten Kinder damit motorisch total überfordert sind, dass man besser mit einfachen Schwungübungen angefangen hätte: geschenkt. Aber leider verbinden die Kinder auch nach einer Woche der kalligrafischen Höchstleistungen mit den erlernten Ziffern noch immer nicht wirklich die damit gemeinte Menge.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Beispiel Verkehrserziehung: Nach den Vorstellungen der Erzieherinnen soll ein Verkehrsübungsplatz — genauer eine Bobbycar-Rennbahn – auf dem Kindergartengelände entstehen. Weil nur wenig Platz ist, kann nur eine „Einbahnstraße“ gebaut werden, diese soll entsprechend beschildert werden. Trotzdem soll es in dieser Straße einen Bürgersteig, einen Zebrastreifen und dergleichen mehr geben. Alles hübsch in die Grünanlage eingebettet. Ob diese Retorte tatsächlich etwas für ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr bringen wird? Ich bezweifle es.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Liste ließe sich fortsetzen. Schade ist, dass allen diesen gut gemeinten Maßnahmen Konzept und Sachverstand fehlt.&lt;sup id="fnref:p1075619252-2"&gt;&lt;a href="#fn:p1075619252-2" rel="footnote"&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; So ist die der Einteilung rot/gelb/grün zugrundeliegende Theorie von gesunden und ungesunden Lebensmitteln alles andere als wissenschaftlich haltbar.&lt;sup id="fnref:p1075619252-3"&gt;&lt;a href="#fn:p1075619252-3" rel="footnote"&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Ein Mengenverständis als Grundlage eines Zahlen- und Mathematikverständnisses wird nicht geübt. Und dass die umliegenden Kindergärten ihre Bobbycar-Bahnen allesamt nicht wieder bauen würden, weil sie kaum genutzt werden, wird bei der Planung auch ignoriert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Bild der Erzieherinnen aber, nach dem sie es besser wissen als die Eltern der ihnen anvertrauten Kinder, kann durch sachliche Kritik  aus der Elternschaft leider nicht erschüttert werden. Entsprechende Einwände werden als „Nörgeln“ empfunden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Ergebnis bleibt uns dann leider nichts anderes übrig, als unseren Kindern nachmittags die vormittägliche „Erziehung“ wieder abzuerziehen. Damit wir einer Eßstörung vorbeugen. Damit sie richtig Rechnen lernen. Damit sie nicht vom Trecker überfahren werden.&lt;/p&gt;

&lt;div class="footnotes"&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id="fn:p1075619252-1"&gt;
&lt;p&gt;In Rheinland-Pfalz werden die Kinder je nach Wohnort einem nahen Kindergarten zugeteilt. &lt;a href="#fnref:p1075619252-1" rev="footnote"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;

&lt;li id="fn:p1075619252-2"&gt;
&lt;p&gt;Schön wäre es, wenn stattdessen elementare Grundfertigkeiten wie Schuhe binden, Uhr lesen, Fahrrad fahren, balancieren, Purzelbaum schlagen usw. geübt würden. Doch Fehlanzeige. &lt;a href="#fnref:p1075619252-2" rev="footnote"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;

&lt;li id="fn:p1075619252-3"&gt;
&lt;p&gt;So zum Beispiel die &lt;a href="http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;file=article&amp;sid=961"&gt;DGE&lt;/a&gt;. &lt;a href="#fnref:p1075619252-3" rev="footnote"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;

&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/1075619252</link><guid>http://www.parenthese.de/post/1075619252</guid><pubDate>Mon, 06 Sep 2010 16:41:00 +0200</pubDate><category>Bildung</category></item><item><title>Sätze, für die ich die „Süddeutsche“ hasse</title><description>&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;„Die Börsennotierung der Unternehmen will es so.“&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Auf Seite 2 der heutigen Süddeutschen Zeitung schreibt Bernd Graff im Artikel „Es geht um alles“, Google, Apple, Facebook und Microsoft seien gleichsam gezwungen, sich auf allen denkbaren Anwendungsgebieten des Internets gegenseitig Konkurrenz zu sein. Diese Aussage ist schlicht aus der Luft gegriffen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die „Börsennotierung“ will es so? Die Börsennotierung an sich ist zunächst einmal keine Person, die irgend einen Willen äußern kann. Die Anleger an der Börse, die Anteilseigner: Wollen sie den beschriebenen Konkurrenzkampf? Wohl nicht unmittelbar. Ihnen dürfte es in erster Linie um ihre Anlagenrendite gehen, und erst im zweiten Schritt dürften sie sich für die dazu eingeschlagene Strategie im Detail interessieren. Die Strategie wird in erster Linie durch die Geschäftsführung der Unternehmen bestimmt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schade auch, dass die Aussage, „Die Börsennotierung […] will es so.“ mit keinem weiteren Satz begründet wird. Der Artikel geht so über eine Beschreibung der aktuellen Marktsituation nicht hinaus. Eine marktstrategische Analyse fehlt. Ist es wirklich notwendig, weil unternehmerisch zwingend, dass die aufgezählten Unternehmen in der beschriebenen Weise um Marktanteile gegeneinander kämpfen? Was ist mit weiteren Marktteilnehmern, RIM und Nokia, Sony, Dell, Asus, Acer, IBM, Amazon und Ebay, Twitter usw.?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es bleibt leider der Eindruck, als diene der ganze Artikel nur der Verpackung dieses einen, emotionalen, kultur- und wirtschaftskritischen Satzes wider den Kapitalmarkt.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/1062616217</link><guid>http://www.parenthese.de/post/1062616217</guid><pubDate>Sat, 04 Sep 2010 08:09:12 +0200</pubDate><category>Wirtschaft</category></item><item><title>Deutschland 61 mal besser als erwartet</title><description>&lt;p&gt;Hier noch ein kurzer Nachtrag zur WM:&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Und ab jetzt gibt es hier nur noch echte Politik-Beiträge!&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Vor Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft hat ganz Deutschland geglaubt, unsere Mannschaft werde nicht einmal die Vorrunde überstehen. Nun sind sie dritter geworden. Aus 64 Teams. Damit sind sie rechnerisch eben 64 − 3 = 61 mal besser als erwartet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Naja, nicht ganz. Schließlich sind nach der Vorrunde ja schon 64 − 16 = 48 Mannschaften ausgeschieden. Da hätten wir dazugehören sollen. Dass wir unter den letzten 16 Mannschaften waren, ist also der Bezugspunkt. Somit waren wir dann also 16 − 3 = 13 mal besser als gedacht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch etwas.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/842161129</link><guid>http://www.parenthese.de/post/842161129</guid><pubDate>Wed, 21 Jul 2010 23:42:00 +0200</pubDate></item><item><title>Jetzt kommen eben andere</title><description>&lt;p&gt;Familienministerin Kristina Schröder formuliert, was – wenn es klug eingefädelt wäre – eine Strategie der Kanzlerin sein &lt;em&gt;könnte:&lt;/em&gt; Die „alte Riege“, Friedrich Merz, Roland Koch, Dieter Althaus, Ole von Beust usw. sind „weg“. Nun ist Platz für den Nachwuchs. Frau Schröder hat auch gleich ein paar parat: Ursula von der Leyen, Norbert Röttgen und Thomas de Maizière, Niedersachsens Ministerpräsidenten David McAllister und die Spitzenkandidatin für Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner.&lt;sup id="fnref:p841938924-1"&gt;&lt;a href="#fn:p841938924-1" rel="footnote"&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das wäre alles in allem eine passable Mannschaft. Und der notwendige Generationenwechsel in der CDU wäre damit ebenfalls so abrupt und unverhofft vollzogen wie in der deutschen Fussballnationalmannschaft. Wie gesagt, wenn eine Strategie dahinter wäre.&lt;/p&gt;

&lt;div class="footnotes"&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id="fn:p841938924-1"&gt;
&lt;p&gt;Siehe dazu Süddeutsche Zeitung von &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/kristian-schroeder-ueber-den-ministerschwund-jetzt-kommen-eben-andere-1.977611"&gt;heute&lt;/a&gt;. &lt;a href="#fnref:p841938924-1" rev="footnote"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;

&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/841938924</link><guid>http://www.parenthese.de/post/841938924</guid><pubDate>Wed, 21 Jul 2010 22:38:34 +0200</pubDate><category>Politik</category></item><item><title>Von der Schwierigkeit, zwei Reifen und einen Schlauch zu wechseln</title><description>&lt;p&gt;Man mag nicht glauben, wie viele Pannen es geben kann, wenn man die ortsansässige Auto-Werkstatt mit einer Reparatur beauftragt. Der Motor unseres Familienautos hatte keine Leistung mehr. Die Diagnose, der Austausch eines Ladeluftkühlers und die nochmalige Nachbesserung („ein Schlauch war locker“) hat 10 Tage gedauert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als ich den Wagen am Montag zur Reparatur abgab, hieß es – wie üblich – „wenn was ist, melden wir uns“. Die Werkstatt wusste, dass wir am Donnerstag mit dem Familienauto in den Familienurlaub fahren wollten. Also gut. Der Austausch des Ladeluftkühlers war auch tatsächlich bis Mittwoch nachmittag erledigt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das eigentlich interessante aber waren die Reifen. Zum vereinbarten Abholtermin hieß es, die Reifen hinten müssten dringend erneuert werden, man könne damit unmöglich auf der Autobahn fahren, zumal noch bei der gegenwärtigen Hitze. Die Reifen müssten aber bestellt werden und seien frühestens am Freitag zu erwarten. Auf die Frage, warum man dies nicht am Montag entdeckt habe, gab es keine Antwort. Wie wir denn in den Urlaub fahren sollten, fragte ich weiter. „Sie können einen Smart als Leihwagen haben“, war die wenig hilfreiche Antwort.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Wir entschlossen uns also, die Reifen zu bestellen und den Kurzurlaub mit dem kleinen Zweitwagen anzutreten. Früher hatten die Familien ja auch bestenfalls einen VW Käfer, und da ging es auch. (Es ging auch.)&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Wieder zurück, inzwischen wieder Montag. Ich konnte das Familienauto abholen, aber, oh Schreck, die neuen Reifen waren an der falschen Achse anmontiert! Außerdem kam der Motor immer noch nicht auf Touren – wie gesagt, „ein Schlauch war locker“. All dies bemerkte ich aber erst am folgenden Tag, so dass es Mittwoch wurde, bis ich zurück zur Werkstatt fahren und diese den Fehler korrigieren konnte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was lernen wir daraus? Da die Werkstatt weit und breit die einzige zu unserem Auto „passende“ Fachwerkstatt ist, haben wir keine Alternative, als diese das nächste Mal wieder aufzusuchen. Wir werden viel Zeit einplanen.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/841865855</link><guid>http://www.parenthese.de/post/841865855</guid><pubDate>Wed, 21 Jul 2010 22:17:00 +0200</pubDate></item><item><title>Nix wissen macht auch nix</title><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://www.xtrakt.muc.kobis.de/kindernewsletter/Newsletter05/Juni05/Film/Bilder/moderatoren.gif" width="150" style="float:left; margin-right: 2em; margin-bottom: 1em; border: none;" alt="Quelle:  www.xtrakt.muc.kobis.de" title="Quelle:  www.xtrakt.muc.kobis.de"/&gt; „Wissen als Produktions- und Wirtschaftsfaktor wird immer wichtiger“, schreibt Microsoft in einem &lt;a href="http://www.microsoft.com/germany/piraterie/wissensgesellschaft.mspx"&gt;Artikel&lt;/a&gt; zum Thema Geistiges Eigentum. Damit ist exemplarisch definiert, worauf es heute in der Gesellschaft angeblich ankommt. Der Begriff der Wissensgesellschaft, so die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wissensgesellschaft"&gt;Wikipedia&lt;/a&gt; fokussiert darauf, „dass das gesellschaftliche Leben in zunehmendem Maße durch die Ressource Wissen bestimmt wird“.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nach der Agrar-, der Industrie- und der (wahrscheinlich gescheiterten) Dienstleistungsgesellschaft, soll nun die Wissensgesellschaft die Zukunft sein. Und wo kann man die Zukunft schon heute besichtigen? In den Schulen und Bildungseinrichtungen des Landes.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Unsere Schulen sind besessen davon, den Kindern „Wissen“ zu vermitteln. In einem jeglichen Unterrichtsfach gibt es ausführliche Lehrpläne, die nichts anderes als den „Stoff“ vorgeben, der innerhalb einer gewissen Zeit „vermittelt“ werden muss. Die Bewältigung dieses Stoffes gelingt häufig genug nur noch durch Auswendiglernen. Und schließlich sind die Prüfungen immer häufiger mehr auf die „Abfrage“ des Stoffes ausgerichtet denn auf die Überprüfung, ob dieser verstanden wurde. Mir sind Fälle bekannt, in denen in Mathearbeiten schlecht bewertet wurden, weil – trotz richtigen Endergebnisses – nicht der „vorgegebene“ Lösungsweg eingehalten wurde. Und hierbei ging es schlicht um Dreisatzaufgaben (3. Klasse), und nicht um Beweise, in denen der formale Weg tatsächlich vorgebeben ist.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Wissen macht ah?&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Aber was nützt unserer Gesellschaft das Wissen des Einzelnen? Kommt es angesichts schier unendlichen Wissens in den Datenbanken des Internets überhaupt noch so sehr darauf an, dass unsere Schüler ein bestimmtes Wissen erlangen? Setzen nicht sogar umgekehrt die Unternehmen der Wirtschaft alles daran, das Wissen ihrer Mitarbeiter aus ihnen herauszulösen und in Wissensmanagementsystemen für das Unternehmen nutzbar – und den einzelnen Mitarbeiter austauschbar – zu machen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich kenne Grundschüler, die ein erstaunliches Wissen über alle möglichen Dinge des Lebens angehäuft haben (vermutlich über die in der Überschrift oben bezeichnete TV-Sendung). Andererseits scheitern sie bei einfachen Matheaufgaben, deren Lösung ein neues Denken jenseits vorgegebener Rechenwege erfordern würde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meine Einschätzung: Gute Noten in Sachkunde allein reichen nicht, wenn die Fähigkeit, Probleme kreativ zu lösen, nicht gefördert wird. „Wissen, wo es steht“ ist der erste Lehrsatz nicht nur im Jurastudium. Angesichts der fast sofortigen Verfügbarkeit allen möglichen Wissens im Internet ist es viel wichtiger, denken, urteilen, unterscheiden, bewerten und neu entwickeln zu können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bundespräsident a. D. Horst Köhler hat vor vier Jahren „Deutschland, Land der Ideen“ ausgerufen. Wären wir eine „Ideengesellschaft“, wie viel besser könnte es uns gehen. Allein, dazu müsste man wieder in den Schulen anfangen. Und meine Befürchtung ist, dass, vorsichtig gesagt, die Strukturen hierzu nicht ausreichend entwickelt sind. Als einzige Hoffnung für Schüler, die nicht gern auswendig lernen, bleibt, dass sie – das kann ich mittlerweile aus Erfahrung sagen – ihren Schulstoff später nicht mehr brauchen werden und sie auch nach ein paar Jahren niemand mehr nach ihren Schulnoten fragt. Einzig das eigenständige Denken sollten sie sich um alles in der Welt bewahren!&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/776680492</link><guid>http://www.parenthese.de/post/776680492</guid><pubDate>Tue, 06 Jul 2010 14:38:00 +0200</pubDate><category>Politik</category><category>Bildung</category></item><item><title>Kein iPad im Bundestag</title><description>&lt;p&gt;Die Berliner Morgenpost berichtet über einen iPad-„Eklat“ im Bundestag: Der FDP-Abgeordnete Jimmy Schulz hatte anstelle eines ausgedruckten Manuskripts ein iPad zum Rednerpult genommen. Die Geschäftsordnung schließt jedoch Computer im Bundestag aus – nachträglich wurde Schulz daher gerügt. (via macnotes.de)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Also auch keine Laptops … jetzt wundert mich gar nichts mehr.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/732196251</link><guid>http://www.parenthese.de/post/732196251</guid><pubDate>Thu, 24 Jun 2010 22:48:00 +0200</pubDate><category>Politik</category></item><item><title>Dies ist nicht die Berliner Mauer.</title><description>&lt;img src="http://24.media.tumblr.com/tumblr_l4a3kt7TW61qzp0xgo1_500.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Dies ist nicht die Berliner Mauer.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/715961452</link><guid>http://www.parenthese.de/post/715961452</guid><pubDate>Sat, 19 Jun 2010 22:29:17 +0200</pubDate></item><item><title>Ein Dank an Dr. Helmut Kohl</title><description>&lt;p&gt;Ich war in diesen Tagen im Osten unserer Republik im Urlaub. Beim Osterfeuer kamen „Ossis“ und „Wessis“ zusammen. Wir waren uns einig, dass wir ohne die Lebensleistung des Altbundeskanzlers dort niemals so gestanden hätten, so friedlich nicht, so freundschaftlich nicht, überhaupt nicht.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/515753781</link><guid>http://www.parenthese.de/post/515753781</guid><pubDate>Mon, 12 Apr 2010 16:06:19 +0200</pubDate><category>Politik</category></item><item><title>"In der europäischen Landwirtschaft wird nicht spekuliert, hier wird produziert."</title><description>“In der europäischen Landwirtschaft wird nicht spekuliert, hier wird produziert.”&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; - &lt;em&gt;Mariann Fischer Boel&lt;/em&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/400645167</link><guid>http://www.parenthese.de/post/400645167</guid><pubDate>Sat, 20 Feb 2010 16:41:01 +0100</pubDate></item><item><title>"Mittelstand ist keine Frage der Größe, sondern der Gesinnung."</title><description>“Mittelstand ist keine Frage der Größe, sondern der Gesinnung.”&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; - &lt;em&gt;Raufus&lt;/em&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/400636977</link><guid>http://www.parenthese.de/post/400636977</guid><pubDate>Sat, 20 Feb 2010 16:34:42 +0100</pubDate></item><item><title>Im Handel liegt der Segen. Im Fruchthandel besonders.
Szenen der...</title><description>&lt;img src="http://28.media.tumblr.com/tumblr_kxzsczwIqe1qzp0xgo1_500.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Im Handel liegt der Segen. Im Fruchthandel besonders.&lt;br/&gt;
Szenen der Fruit Logistica, Berlin, 2010.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/394805940</link><guid>http://www.parenthese.de/post/394805940</guid><pubDate>Wed, 17 Feb 2010 16:29:00 +0100</pubDate></item><item><title>Energiesparen und der politische Klimakollaps</title><description>&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Ein Eintrag in &lt;a href="http://gunnarsohn.wordpress.com/2009/09/22/abkuhlung-statt-erwarmung-in-der-klimafrage-benotigen-wir-einen-seriosen-wissenschaftlichen-diskurs-und-keine-prophetien/#comment-757"&gt;Gunnar Sohns Blog&lt;/a&gt; hat mich dazu angestachelt, einen Kommentar zur aktuellen Klimadebatte zu verfassen. Hier ist er im Wortlaut nochmals wiedergegeben:&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Haben Sie den ersten Bericht des Club of Rome gelesen? Oder das wissenschaftliche Buch, in dem die Eheleute Meadows das Weltmodell darstellen? Hier sagen sie im Vorwort ganz deutlich, dass es keine werturteilsfreie Wissenschaft geben kann (cf. Max Weber), und sie stellen ganz klar ihre eigene Weltanschauung dar.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Insofern ist das, was der Club of Rome produziert hat, ausgesprochen redlich. Ich denke nicht, dass man das generell von den Verfechtern der „Klimakatastrophe“ sagen kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie immer muss man sich fragen: Cui bono? Ein wärmeres Weltklima an sich (bei gleich bleibenden Ölpreisen) wäre in Europa, wenn nicht sogar willkommen, dann wenigstens deutlich weniger unerträglich als in den meisten anderen Weltregionen. Warum blasen sich dann gerade unsere Politiker so auf, wenn es um den Klimaschutz geht?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es wäre politisch nicht opportun zuzugeben, dass man die Chimäre des Klimakollaps lediglich heraufbeschwört, um die Menschen zum Energiesparen zu bewegen, bevor die Marktkräfte dies am (absehbaren) Ende der fossilen Brennstoffe von ganz allein – und trotz der Absehbarkeit vermutlich ziemlich abrupt – tun werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Ölkrise, die man dadurch vermeidet, dass man nun langsam zu den alternativen Energien überschwenkt, wäre für keine Regierung zu überleben. Und da man sträflicherweise so lange gezögert hat, kauft man sich die notwendige Entwicklungszeit für die alternativen Energien nun über eine Drosselung des Energieverbrauchs insgesamt.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/194093314</link><guid>http://www.parenthese.de/post/194093314</guid><pubDate>Tue, 22 Sep 2009 13:37:00 +0200</pubDate><category>Politik</category></item><item><title>Zensursula</title><description>&lt;p&gt;Unter diesem Stichwort findet auf &lt;a href="http://twitter.com"&gt;Twitter&lt;/a&gt; und anderswo in der Blogosphäre zur Zeit eine Kampagne gegen die Sperrung von Kinderpornographie-Seiten im Internet statt. Aufgebrachte „Auskenner“ werfen der Familienministerin Plazebo- bzw. Symbolpolitik vor. Aber trifft die Kritik der Internet-Experten den politischen Kern der Sache? Eine kleine Erörterung der Hauptargumente:&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;These 1: Die Internetsperren schützen keine zufälligen Surfer.&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Ich bin viel im Internet unterwegs. Sehr viel. Aber eine Seite für Kinderpornographie habe ich noch nie auch nur im entferntesten gesehen, nicht mal einen Link dahin, nicht mal eine Andeutung, wo man einen solchen Link finden könnte. Ich surfe seit 1992 im World Wide Web, aber wenn ich es nicht aus den Nachrichten wüsste, dann wüsste ich gar nicht, dass es derartige (abartige) Seiten gibt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit anderen Worten: Ich halte es für ausgesprochen unwahrscheinlich, ja geradezu ausgeschlossen, dass jemand zufällig beim Internetsurfen auf eine der gesperrten Seiten stößt. Somit richtet sich die angezeigte Sperre auch in Wirklichkeit nicht gegen unbedarfte Internetnutzer, sondern de facto ziemlich zielgerichtet gegen diejenigen, die die gesperrten Seiten bewusst aufsuchen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Sperre ist somit eine gezielte letzte Warnung vor dem Überschreiten einer strafrechtlichen – und moralischen – Grenze.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Ergebnis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Es stimmt, die Internetsperren schützen keine zufälligen Surfer. Sie schützen die potienziellen Täter.&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;These 2: Die Internetsperren sind gar keine Internetsperren.&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Mit minimalen Kenntnissen über die interne Funktionsweise des Internets, so wird argumentiert, könne man die Internetsperren umgehen. Das ist richtig, und dieses Wissen wird sich in der Szene vermutlich nun stärker verbreiten.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Ergebnis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Es stimmt also auch, die Internetsperren sind gar keine Internetsperren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Andererseits wissen die meisten unbedarften Nutzer dieses nicht. In ihren Augen sind die Internetsperren vermutlich eben doch wirksame Abschreckungsmaßnahmen. So wie die optische Präsenz von Polizeibeamten im Straßenbild die gefühlte Sicherheit erhöht, so erhöhen diese Maßnahmen die gefühlte Sicherheit im Internet. Polizeipsychologisch sind die Sperren somit eine kostengünstige und effektive Politik. Sie erhöhen damit insgesamt die Akzeptanz des Internets als Medium. Die „Gefahren des Internets“ werden meines Erachtens oft  übertrieben, hiermit wird dem entgegengewirkt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich will damit sagen: Dem Scheinproblem, dass von Kinderpornographieseiten eine Gefahr für den durchschnittlichen Surfer ausgeht, wird mit der Scheinlösung der Internetsperre in angemessener Weise begegnet.&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;These 3: Die Internetsperren sind der Einstieg in die Netz-Zensur.&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Die Kritiker der Internetsperren gegen Kinderpornographie sehen in dem politischen Instrument und in der technischen Umsetzung den Einstieg in die – oft als willkürlich und allgemein beschriebene –  Internetzensur.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dies ist in Teilen zunächst einmal ein Widerspruch zu den oben genannten Argumenten der Gegner der Internetsperren. Wie kann eine Internetsperre effektiv als Zensur aufgefasst werden, wenn sie doch so leicht zu umgehen ist? Im Grunde bleiben doch die Inhalte unverändert im Netz stehen, es findet gar keine Zensur, also Veränderung oder Löschung, statt. Nur der Zugang wird erschwert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Internetsperren sind also in Wirklichkeit nicht einmal ansatzweise eine Zensur. Im übrigen wäre noch zu fragen, ob die Durchsetzung eines Handlungsverbotes -– hier der Nutzung pornographischer Inhalte – überhaupt als Eingriff in das Recht der freien Meinungsäußerung – denn dieses meint das Wort Zensur – zu verstehen ist. Außerdem: Erstes richtet sich an den Rezipienten, zweites an den Distributor. Und selbst wenn man Internetsperren großzügig mit Zensur im allgemeinen Sinne gleichsetzen wollte, so müssen doch die Persönlichkeitsrechte der Opfer und der Täter gegeneinander abgewogen werden. Ich möchte wetten, dass es niemanden gibt, der daraus ableiten würde, die Sperren seien „unrecht“.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schließlich aber, und das scheint mir am wichtigsten, ist die Sperrung der in Rede stehenden Seiten gerade nicht der erklärte Einstieg in eine Internetzensur, sondern eine ganz zielgerichtete Maßnahme in einem konkreten Problemfall. Niemand denkt ernsthaft daran, die Inhalte im Internet regeln zu wollen. Niemand wird ernsthaft erwarten, dies zu können. Soviel verstehen auch Laien und Politiker vom Internet. Wie gesagt, ich denke, es handelt sich um eine bewußte symbolische Politik.&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Ergebnis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Eine Zensur findet nicht statt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Damit wären wir beim Kernproblem: Der tatsächlich wirksamen Politik:&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;These 4: Kinderpornographie-Seiten sollten nicht lediglich gesperrt, sondern abgeschaltet werden.&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Die Kritiker der Internetsperren fordern von der Politik nicht lediglich symbolische Lösungen, sondern echte Taten. Sie erwecken zumindest unterschwellig den Eindruck, die Politik sei nicht aktiv genug daran interessiert, die Verbreiter und Nutzer von Kinderpornographie tatsächlich strafrechtlich zu verfolgen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Woher wissen die Kritiker das eigentlich? Ich möchte wetten, dass die Polizeiarbeit gegen – ungern sage ich es so salopp – „Kinderschänder“ nicht davon profitieren würde, wenn ihre Maßnahmen und Erfolge „an die große Glocke gehängt würden“. In der Regel äußern sich die Strafverfolger ohnehin nicht zu laufenden Verfahren. Somit ist es meiner Meinung nach notwendig, dem Staat hier das Vertrauen entgegenzubringen, dass diese Form der Internetkriminalität entschieden und effektiv bekämpft wird – auch wenn wir nicht viel oder gar nichts davon mitbekommen. Ich denke sogar, gerade weil diese Polizeiarbeit geräuschlos ist und sein muss, ist es umso wichtiger, das offene Handeln in Form der symbolischen Internetsperren zu betonen. Im Endeffekt handelt der Staat hierbei zwar ein wenig nach der Maxime „die Welt will betrogen sein“, aber wem schadet es?&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Ergebnis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Sperre und Strafverfolgung sollten Hand in Hand gehen.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/106293719</link><guid>http://www.parenthese.de/post/106293719</guid><pubDate>Mon, 11 May 2009 17:32:00 +0200</pubDate><category>Politik</category></item><item><title>Das App Store: Eine Ökonomische Betrachtung</title><description>&lt;p&gt;Seit dem 11. Juli gibt es einen neuen Markt, den Markt für iPhone-Applikationen, d. h. Programme, sprich: Apps. Deren Zahl hat inzwischen die 1000 überschriften. Zeit für eine kleine Analyse.&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;1. Wettbewerbsituation&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Die schiere Zahl der Apps ist riesig, in kürzester Zeit hat sie fast die Größe der Apps für ältere Smartfone-Plattformen erreicht, wie zum Beispiel palm. Für viele Anwendungen gibt es weit mehr als eine Alternative, so gibt es etwa ein Dutzend Aufgabenverwaltungen, zig Sudokus, mindestens drei Wikipedia-Betrachter und so fort.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Preisgestaltung reflektiert dies. Das Preisniveau ist insgesamt niedrig. Viele Apps werden zu 99 US-cent (79 Euro-cent) verkauft, für die gängigsten Anwendungen wie Taschenlampe, To-Do-Liste oder Sprachnotiz gibt es Gratisalternativen. Die Preise sind durchaus nicht starr: Es ist nicht unnüblich, dass Apps mit dem Erscheinen von Konkurrenzprodukten billiger werden. Man sieht häufig auch niedrige, später steigende Einführungspreise. Zum Teil wird den Entwicklern auch klar, dass sie ein eizigartiges Produkt am Markt haben, und sie erhöhen den Preis.&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;2. Markttransparenz&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Der einzige Ort, wo man Apps kaufen kann, ist der App Store. Hier werden alle Apps, in einen Dutzend Rubriken gegliedert, aufgelistet. Konnte eine App in der ersten Woche noch in mehreren Rubriken erscheinen, so muß sich der Entwickler nun für eine entscheiden. Eine Suche nach Namen der Apps oder Stichwörtern im Beschreibungstext liefert brauchbare Ergebnisse.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Beschreibungstexte variieren naturgemäß ebenso wie die Anzahl der Screenshots, und es ist sehr unbefriedigend, keine Demoversionen abrufen zu können. Oft ist fällt daher die Entscheidung gegen eine App, die man zum Ausprobieren kaufen müsste.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/61081268</link><guid>http://www.parenthese.de/post/61081268</guid><pubDate>Tue, 14 Apr 2009 00:00:00 +0200</pubDate><category>iPhone</category></item><item><title>Symbolische Politik</title><description>&lt;p&gt;Früher gab es einen Streit um Realpolitik vs. Fundamentalismus. Realpolitiker wollten das machbare machen, Fundamentalisten das nicht machbare. Aber beide wollten handeln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer heute regiert, gibt sich den Anschein des Handelns, ohne tatsächlich etwas zu tun, oder ohne wirklich etwas zu bewegen, selbst wenn etwas getan wird. Der Beispiele gibt es viele. Hier nur eine kleine aktuelle Auswahl.&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;Das Konjunkturprogramm&lt;/h1&gt;

&lt;h3&gt;UPDATE 23.01.2009:&lt;br/&gt;Wie die Rhein-Zeitung heute mitteilt, wollen 1,2 Millionen Deutsche die Abwrackprämie in Anspruch nehmen. Die von der Regierung zur Verfügung gestellten 1,5 Mrd. Euro reichen aber nur für 600.000 Autos. Nun will jeder der erste sein. Für die Umwelt bringt es dennoch nichts.&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;2.500 Euro will die Regierung demjenigen zahlen, der sein (mindestens neun Jahre altes) Auto verschrotten läßt und ein neues kauft. Dies soll Konjunktur und Umwelt helfen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wieviele Käufer werden das Angebot in Anspruch nehmen? Ein durchschnittlicher Mittelklassewagen im Alter von neun Jahren hat heute einen Restwert, der über 2.500 Euro liegt. Damit werden vor allem kleine Autos verschrottet, und die auszuzahlende Gesamtsumme wird sich sehr in Grenzen halten. Also: Symbolpolitik im Sinne von Nichtstun.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ferner werden die wenigen, die die Prämie erhalten, nicht notwendigerweise deutsche Autos kaufen und damit die Binnenkonjunktur stützen; und sie werden auch nicht notwendigerweise umweltgerechte, sparsame Autos kaufen und damit die Umwelt entlasten. Also: Symbolpolitik im Sinne von nutzlosem Tun.&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;Das Parteiprogramm der Hessen-SPD&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Nach dem gestrigen Wahl-Debakel in Hessen tritt die dortige SPD-Parteivorsitzende Ypsilanti zurück. Ihr Nachfolger, TSG (wie immer er auch ausgeschrieben heißen mag), sagte gestern in den Tagesthemen: Damit sei keine Änderung des Parteiprogramms verbunden. Die Abwahl gelte nicht den Inhalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Also: Die Frontfrau als Symbol für … sich selbst … nichts. Der Rücktritt als ein Symbol für einen Politikwechsel und anstatt eines Politikwechsels. Rücktritt als Symbolpolitik im Sinne von nutzlosem Tun.&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;Die Lebensmittelkennzeichnung&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Nach dem Willen des EU-Parlaments soll zukünftig eine Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln Aufschluss darüber geben, ob ein Lebensmittel unbedenklich häufig (grün), eher mit Bedacht (gelb) oder möglichst selten (rot) konsumiert werden sollte. Studien bei europäischen Verbrauchern haben gezeigt, dass sich nur rund 20 % für Nährwertangaben auf den Packungen interessieren und davon höchstens die Hälfte die Empfehlungen auch bei Ihren Konsumentscheidungen mitberücksichtigen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit anderen Worten soll eine Kennzeichnung eingeführt werden, die für die Unternehmen mit hohen Zusatzkosten verbunden, in ihrem Inhalt widersprüchlich und teilweise willkürlich und ür den größten Teil der Verbraucher wirkungslos ist. Also: Symbolpolitik im Sinne von nutzlosem Tun.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Vermutlich werde ich sie gelegentlich auch noch um weitere haarsträubende Beispiele ergänzen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bemerkenswert ist jedenfalls, dass die Verbraucher insgesamt nicht so dumm sind, nicht zu merken, wie sie an der Nase herumgeführt werden. Sie wenden sich daher, ja, man kann fast sagen in Scharen, den Parteien zu, denen sie zutrauen, dass sie auch umsetzen, was sie fordern. Und das sind heute vor allem die FDP und die Linke. Leider ist auch diese Hinwendung gefahrlos, was eine Umsetzung anbetrifft; dazu haben diese Parteien zu wenig Einfluss. So wird es wohl bei symbolischer Politik in Deutschland bleiben. Derweil regieren uns die Bürokraten in Brüssel. Aber das ist eine andere Geschichte.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/71526697</link><guid>http://www.parenthese.de/post/71526697</guid><pubDate>Mon, 19 Jan 2009 13:28:00 +0100</pubDate><category>Politik</category></item><item><title>90 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland</title><description>&lt;img src="http://27.media.tumblr.com/MChYMArYug793nhySjEa3EhUo1_500.jpg"/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;90 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/59287022</link><guid>http://www.parenthese.de/post/59287022</guid><pubDate>Wed, 12 Nov 2008 09:24:27 +0100</pubDate></item><item><title>AM WOCHENENDE BEI IKEA</title><description>&lt;p&gt;Wäre ich Marxist, würde ich glauben, dass der Unternehmer seinen Profit aus der Ausbeutung der Arbeitskraft seiner Angestellten bezieht. Nun bin ich nicht Marxist. Aber ich glaube trotzdem, daß es Unternehmer gibt, die ihren Profit aus der Ausbeutung von Arbeitskraft beziehen – allerdings der ihrer Kunden. Ich war am Wochenende bei IKEA.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dort haben wir für ein paar lumpige hundert Euro ein Regalsystem mit Kisten gekauft, in die wir dann am Wochendende das Playmobil unserer Kinder einsortiert haben, damit endlich Ordnung herrscht. Der Clou ist nur, daß der Preis der Regale den Wert der einsortierten Spielsachen vermutlich weit übersteigt. Und, daß ich eben fast zwei Stunden lang geschraubt habe und mich angesichts der Regalkosten ein Stück weit um meine Arbeitskraft betrogen fühle. Sicher, es war ein familiär äußerst positiv bewerteter Akt. Zum Teil hat mein Sohn auch mitgeholfen, das ist alles sehr förderlich für die Vater-Sohn-Beziehung. Viele Karma-Pluspunkte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Trotzdem hätte ich noch einige Verbesserungsvorschläge für IKEA:&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;Die Kasse&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Wußten Sie eigentlich, daß IKEA zwei Kassen hat? Nein, nein, ich weiß, unten sind etwa 20 (auch wenn es so langsam geht, als wären nur zwei offen). Das meine ich nicht. Es gibt „oben“, in der Nähe des Restaurants noch eine Kasse für Waren aus dem Lager. Die kann man dort bezahlen und dann seinen Weg durch die „Markthalle“ fortsetzen – wenn man „unten“ herauskommt (und ggf. die Gläser, Kerzen und Blumen an der zweiten Kasse bezahlt hat), stehen die die Lager-Artikel schon abholbereit. Das ist jedenfalls die Theorie.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Leider jedoch gibt es „oben“ buchstäblich nur eine Kasse, und wenn die Kassiererin Pause hat, ist diese 20 min. lang nicht besetzt.&lt;/p&gt;

&lt;h1&gt;Die Warenausgabe&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;An der Kasse bekommt man eine Nummer für die Warenausgabe aus dem Lager. Während man den Kleinkram schon mal zum Auto bringt, werden die großen Teile zusammengestellt. Kommt man zurück, findet man seine Nummer auf einer Anzeigentafel. Oder auch nicht. Diese zeigt alle fertig kommissionierten Aufträge an, aber in der Reihenfolge ihrer Fertigstellung – und nicht etwa in numerisch sortierter Folge. Dort steht also etwa:&lt;/p&gt;

&lt;pre&gt;&lt;code&gt;112
498
304
433  
&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;Ich habe schon mehrmals gefragt, warum diese Zahlen nicht so da stehen können:&lt;/p&gt;

&lt;pre&gt;&lt;code&gt;112
304
433
498
&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;Dazu haben die freundlichen IKEA-Mitarbeiter an der Warenausgabe leider keine Antwort.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ach ja, übrigens: Wenn die Wartezeit an der Lager-Ausgabe 8 min. übersteigt, verspricht IKEA einen Getränkegutschein zum Trost. Obwohl wir doppelt so lange warteten, bekamen wir keinen angeboten. Der Kunde vor mir bekam dafür 2 („… hier noch einen für Ihren Kleinen!“). Also sowas, ich hatte zwei „Kleine“ dabei. Vielleicht hätte ich darum bitten müssen. Aber dazu war ich mir dann doch zu schade.&lt;/p&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/43819941</link><guid>http://www.parenthese.de/post/43819941</guid><pubDate>Mon, 28 Jul 2008 17:15:00 +0200</pubDate></item><item><title>ÖKONOM ODER VERRÜCKTER?</title><description>&lt;h1&gt;Es stand in der Zeitung&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Die Rhein-Zeitung hat zu Neujahr einen Essay mit dem Tenor „Die Moderne in der eigenen Falle“ von Andreas Pecht veröffentlicht. Dazu schrieb der Leser Theo Tekaat heute folgendes:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Vielen Dank für das nachlesenswerte Essay. Ein amerikanischer Wissenschaftler hat den Kern Ihrer Wirtschaftskritik in einem kurzen Satz zusammengefasst: Wer heute noch an stetiges Wachstum glaubt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;h1&gt;Alarmruf&lt;/h1&gt;

&lt;p&gt;Alarm! Unverschämtheit! Wie ist das möglich? Dies kann nicht unwidersprochen bleiben. Überhaupt scheint sich in der Leserpost der Rhein-Zeitung in letzter Zeit eine undifferenzierte Marktwirtschaftskritik breit zu machen. Daher mein heutiger Leserbrief zu Erwiderung:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;p&gt;Sehr geehrte Damen und Herren,&lt;/p&gt;
  
  &lt;p&gt;ein Leser hat Ihre Kritik am „grenzenlosen Wachstum“ gelobt und einen ,Wissenschaftler’ zitiert, der Ökonomen mit Verrückten verglich. Tatsache ist:&lt;/p&gt;
  
  &lt;p&gt;Die Voraussagen des Modells der Grenzen des Wachstums des Club of Rome von 1972 haben sich nicht erfüllt. Ob die Ende der 90’er Jahre vorgelegte Version 2 des Modells stimmiger ist, wird sich erst wieder im Zeitablauf zeigen.&lt;/p&gt;
  
  &lt;p&gt;In der Ökonomie geht es darum, zu erforschen und zu erklären, unter welchen Bedingungen Produktion und Tausch von Gütern und Dienstleistungen zum Vorteil der Beteiligten sind. Ökonomen sind mithin ebenfalls Wissenschaftler.&lt;/p&gt;
  
  &lt;p&gt;In der Regel funktioniert eine Wirtschaft dann am besten, wenn sie frei von willkürlichen Staatseingriffen und Machtkonzentration unter den Marktteilnehmern ist. Unter dieser Bedingung ergibt sich Wirtschaftswachstum als Nebeneffekt ganz von selbst. Oft setzt gerade falsche Wirtschaftspolitik diesem Wachstum eine frühe Grenze.&lt;/p&gt;
  
  &lt;p&gt;Wachstum wird von den meisten Ökonomen daher keineswegs als eigenständiges politisches Ziel akzeptiert.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/43782527</link><guid>http://www.parenthese.de/post/43782527</guid><pubDate>Tue, 20 May 2008 00:00:00 +0200</pubDate></item><item><title>SPORTLICH SIND DEUTSCHLAND UND FRANKREICH BEIDE VIZEWELTMEISTER</title><description>&lt;p&gt;Ein bißchen Kombinatorik gefällig?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn man davon ausgeht, daß im Halbfinale alle vier Mannschaften a priori ungefähr gleich gut sind, dann sind zweiter und dritter Platz in einer bestimmten Fallkonstellation gleichwertig. Denn der Zweit- wie der Drittplatzierte haben jeweils ein Spiel (unter den letzten vieren) gewonnen und eins verloren. Der Vierte hat beide verloren und nur der Weltmeister beide gewonnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man kann das Argument mit Hilfe von Rangfolgen noch präziser fassen (wobei „&gt;“ für „besser als“ steht). Demnach:&lt;/p&gt;

&lt;pre&gt;&lt;code&gt;I &gt; D und F &gt; P (Halbfinale)  
I &gt; F und D &gt; P (Finale und Spiel um den dritten Platz)
&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;Daraus folgt:&lt;/p&gt;

&lt;pre&gt;&lt;code&gt;I &gt; D &gt; P und  
I &gt; F &gt; P
&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;Fazit: Deutschland und Frankreich waren im Endeffekt gleich gut.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eindeutig wäre die Rangfolge nur gewesen, wenn Deutschland das Spiel um den dritten Platz verloren hätte. Dann hätte gegolten:&lt;/p&gt;

&lt;pre&gt;&lt;code&gt;I &gt; F &gt; P &gt; D.
&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;</description><link>http://www.parenthese.de/post/43778804</link><guid>http://www.parenthese.de/post/43778804</guid><pubDate>Mon, 10 Jul 2006 00:00:00 +0200</pubDate></item></channel></rss>
